Massenrazzia deckt 1.800 Verdachtsfälle in Gastronomie und Co. auf
Klemens GorlitzMassenrazzia deckt 1.800 Verdachtsfälle in Gastronomie und Co. auf
Zollbehörden haben in einer groß angelegten Razzia gegen illegale Beschäftigung und Lohnverstöße in mehreren Hochrisikobranchen durchgegriffen. Bei der Aktion wurden über 6.500 Beschäftigte befragt. Im Fokus standen Sektoren, die für ausbeuterische Arbeitsbedingungen bekannt sind.
Die Kontrollen konzentrierten sich auf Branchen mit häufigem Kundenkontakt, darunter Gastronomie, Hotellerie, Fahrdienste und Spielhallen. Mehr als 3.000 Zollmitarbeiter waren an der Operation beteiligt und prüften Arbeitsbedingungen sowie Lohnunterlagen.
Bei den Überprüfungen wurden rund 1.800 Verdachtsfälle aufgedeckt. Davon betrafen etwa 600 mögliche Verstöße gegen das Mindestlohngesetz. Die Behörden leiteten zudem über 800 Ermittlungen wegen Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung ein.
Zollfahnder führten über 700 detaillierte Prüfungen von Geschäftsunterlagen durch, um die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen. Die Aktion führte zu 460 Ordnungswidrigkeitsverfahren, darunter mehr als 90 speziell wegen Mindestlohnverstößen. Zudem wurden rund 340 Strafverfahren eingeleitet, darunter 45 wegen vorenthaltenen Sozialabgaben und 150 wegen illegalen Aufenthalts.
In weiteren Ermittlungen werden nun Arbeitnehmerdaten mit Lohn- und Finanzunterlagen der Unternehmen abgeglichen, um die Richtigkeit zu gewährleisten. Die Finanzkriminalamt FKS setzt bei der Planung von bundesweiten und regionalen Kontrollen auf eine risikobasierte Herangehensweise.
Ziel der Razzia ist es, die Verharmlosung von Schwarzarbeit einzudämmen und Verstöße konsequent zu ahnden. Weitere Kontrollen sollen die Einhaltung von Arbeits- und Lohnrecht stärken. Die Ergebnisse fließen in künftige Durchsetzungsmaßnahmen in besonders gefährdeten Branchen ein.






