Kritik an geplanter Spritsteuer-Senkung: Wer profitiert wirklich?
Die Pläne der Bundesregierung, die Energiesteuern auf Kraftstoffe zu senken, stoßen vor einer entscheidenden Abstimmung auf scharfe Kritik. Ökonomen und Sozialverbände argumentieren, dass die Maßnahme jene, die sie am dringendsten benötigen, nicht erreichen werde. Eine Entscheidung wird für diesen Freitag erwartet, wenn Bundestag und Bundesrat über den Vorschlag abstimmen.
Die Koalition beabsichtigt, die Steuern auf Benzin und Diesel für Mai und Juni um 17 Cent pro Liter zu reduzieren. Doch Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission, bezeichnet den Schritt in Zeiten der Knappheit als falsch. Er warnt, dass einkommensstärkere Haushalte stärker profitieren würden als Geringverdiener, da sie mehr Sprit verbrauchen.
Duso schlägt stattdessen direkte finanzielle Hilfen für bedürftige Familien vor und nennt dies eine gerechtere und effizientere Lösung. Unterstützung erhält er von Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK. Sie zweifelt daran, dass die Steuersenkung bei denen ankommt, die sie am meisten brauchen.
Bentele fordert langfristige Alternativen, etwa den Ausbau eines barrierefreien öffentlichen Nahverkehrs und die Einführung eines dauerhaft bezahlbaren Deutschlandtickets. Ein sozial gestaffeltes Tarifsystem, so ihre Argumentation, würde nachhaltige Entlastung bringen – statt nur einer kurzfristigen Lösung.
Bundestag und Bundesrat stimmen am Freitag über die Senkung der Kraftstoffsteuer ab. Falls der Beschluss durchgeht, tritt die Maßnahme im Mai und Juni in Kraft. Kritiker bestehen darauf, dass gezieltere Hilfen die steigenden Kosten für einkommensschwache Haushalte wirksamer abfedern würden.






