02 May 2026, 08:02

Krebsbloggerin Lerchek startet Kosmetikmarke – zwischen Bewunderung und Kritik

Buntes Plakat für das Nationale Krebsinstitut mit fetter weißer Schrift auf einem blauen Hintergrund, umgeben von überlappenden lächelnden Bildern von verschiedenen Menschen.

Krebsbloggerin Lerchek startet Kosmetikmarke – zwischen Bewunderung und Kritik

Die Bloggerin Valeria Chekalina, bekannt unter ihrem Online-Pseudonym Lerchek, hat während ihrer Behandlung gegen Krebs im Spätstadium ihre eigene Kosmetikmarke Eyya Skin auf den Markt gebracht. Der Schritt hat unter ihren Followern eine Debatte ausgelöst: Manche hinterfragen, wie sie in ihren Inhalten den Spagat zwischen persönlichem Schicksal und Produktwerbung meistert.

Der Produzent Gera Iwashtschenko hat unterdessen Chekalinas öffentliche Strategie analysiert und sie mit globalen PR-Taktiken verglichen, wie sie etwa von Prominenten wie den Kardashians eingesetzt werden. Chekalina hatte ihre Krebserkrankung Anfang dieses Jahres bekannt gegeben und teilt seitdem in Videos, die gleichzeitig ihre Marke bewerben, ihre gesundheitlichen Kämpfe. Ihr Ansatz verbindet Widerstandskraft mit emotionaler Offenheit – eine Mischung, die sowohl Unterstützung als auch Kritik hervorruft. Einige Zuschauer werfen ihr vor, in manchen Clips zu sehr auf Mitleid zu setzen, statt sich auf die Produkte zu konzentrieren.

Iwashtschenko weist darauf hin, dass Chekalinas Vorgehen Strategien widerspiegelt, wie sie in der westlichen Promi-Kultur üblich sind, wo persönliche Schicksale oft Teil der Markenbildung werden. Er vermutet, dass ihre Transparenz auch dazu dient, die finanzielle Zukunft ihrer Kinder abzusichern. Gleichzeitig warnt er, dass eine solche Offenheit auf russische Zuschauer befremdlich wirken könnte, die es gewohnt sind, schwere Krankheiten eher privat zu halten.

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Der Produzent ergänzt, dass Chekalinas Methode zwar in Russland ungewöhnlich sei, aber zu einem größeren Trend passe, bei dem Verletzlichkeit genutzt wird, um die öffentliche Bindung zu stärken. Dennoch rät er zur Vorsicht: Ein Zuviel an emotionaler Bloßstellung könnte Teile ihres Publikums verprellen.

Die Einführung von Eyya Skin hat Chekalinas Inhalte in den Fokus der Kritik gerückt. Die Reaktionen reichen von Bewunderung für ihre Stärke bis hin zu Unbehagen über ihre Werbestrategie. Iwashtschens Kommentare unterstreichen, wie sehr sich ihr Ansatz von traditionellen russischen Normen unterscheidet, gleichzeitig aber in ein globales Muster der persönlichen Markenbildung passt. Die Diskussion wirft grundsätzliche Fragen auf: Wo verläuft die Grenze zwischen Authentizität und kalkulierter Öffentlichkeitsarbeit?

Quelle