Georg Baselitz – der radikale Maler des Neo-Expressionismus ist tot
Georg Baselitz, eine prägende Figur der Nachkriegskunst, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Berühmt für seine kühnen, auf den Kopf gestellten Gemälde, blieb er bis zuletzt einflussreich – mit geplanten Ausstellungen in Venedig und einer gerade erst eröffneten Schau in Salzburg.
Baselitz stieg als einer der wichtigsten Vertreter des Neo-Expressionismus zu Ruhm auf. Sein Markenzeichen war die Technik, Motive um 180 Grad zu drehen, und damit die Art und Weise herauszufordern, wie Betrachter seine Werke wahrnahmen. Über Jahrzehnte festigten seine rohen, emotional aufgeladenen Leinwände seinen Ruf als einer der bedeutendsten modernen Maler Deutschlands.
Der Künstler hatte 2015 die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen. Trotz seines Alters blieb er bis zuletzt aktiv in der Kunstwelt. Anfang April eröffnete er noch eine Ausstellung im Museum der Moderne in Salzburg. Im Rahmen der Veranstaltung stiftete er eines seiner eigenen Werke für die Museumssammlung.
Eine weitere große Ausstellung sollte im Mai im Rahmen der Biennale in Venedig eröffnet werden. Die Schau wäre sein jüngster Beitrag zu einer Karriere gewesen, die sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckte.
Baselitz hinterlässt ein umfangreiches Werk, das die zeitgenössische Malerei nachhaltig prägte. Sein Tod ereignet sich in einer Phase, in der seine Kunst noch immer in bedeutenden europäischen Institutionen gefeiert wird. Die geplante Ausstellung in Venedig und seine jüngste Schenkung an Salzburg stehen nun als letzte Zeugnisse seines anhaltenden Einflusses.






