Düstere Geheimnisse: Was hinter "Struwwelpeter" und dem "Muffin-Mann" wirklich steckt
Ibrahim KargeDüstere Geheimnisse: Was hinter "Struwwelpeter" und dem "Muffin-Mann" wirklich steckt
Zwei bekannte Kinderreime geben Historikern seit langem Rätsel auf – denn hinter ihren scheinbar simplen Versen verbergen sich verborgene Bedeutungen und uralte Ursprünge. Struwwelpeter (im Original: Humpty Dumpty) und Der Muffin-Mann wirken auf den ersten Blick harmlos, doch ihre Wurzeln reichen Jahrhunderte zurück. Beide haben Theorien hervorgebracht, die von königlichen Anspielungen über Kriegswaffen bis hin zu düsteren Legenden reichen.
Der Reim Der Muffin-Mann tauchte erstmals 1820 in Druck auf, doch seine Ursprünge liegen im London des 19. Jahrhunderts. Damals zogen Straßenhändler – die sogenannten Muffin Men – mit Backwaren von Haus zu Haus, oft bis tief in die Nacht. Ihre Ware ähnelte eher den heutigen englischen Muffins – schlichten, hefehaltigen Teiggebäcken – als den süßen, kuchenartigen amerikanischen Varianten. Manche Forscher vermuten, der Reim spiegle schlicht die entbehrungsreichen Arbeitsbedingungen der Händler wider, die ohne eigene Küche mit Tabletts voller Muffins durch die Gassen zogen. Eine extremere, wenn auch unbelegte Theorie behauptet gar, die Figur sei ein Serienmörder gewesen – doch Beweise dafür fehlen.
Die Herkunft von Struwwelpeter (Original: Humpty Dumpty) ist weit weniger klar. Eine verbreitete Deutung sieht darin eine Anspielung auf König Richard III., dessen buckliger Körperbau und Sturz vom Thron dem Schicksal der Reimfigur ähneln könnten. Eine andere Theorie verknüpft den Vers mit einer riesigen Kanone aus dem Englischen Bürgerkrieg, die angeblich von einer Mauer stürzte und unwiederbringlich zerbrach. Historiker bringen auch eine profanere Erklärung ins Spiel: Der Reim könnte schlicht die Trunksucht verspotten – mit Struwwelpeter als betrunkenem Mann, der nach einem Sturz nicht mehr auf die Beine kommt.
Keiner der beiden Reime hat eine zweifelsfreie Entstehungsgeschichte, was Raum für Spekulationen lässt. Der Muffin-Mann bleibt mit Londons Straßenhändlern verbunden, während Struwwelpeter weiterhin Theorien über Könige, Kanonen und betrunkene Missgeschicke nährt. Gewiss ist nur: Beide haben ihre rätselhaften Anfänge längst überdauert.






