Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – und setzt auf Sanierung statt Neubau
Klemens GorlitzDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – und setzt auf Sanierung statt Neubau
Düsseldorf hat die Pläne für ein von Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Die Entscheidung fällt nach massiven Kostensteigerungen auf 1,8 Milliarden Euro, die die Stadt zum Stopp des Projekts zwangen. Das Grundstück am Wehrhahn, das nun wieder in städtischem Besitz ist, war für 137 Millionen Euro erworben worden.
Ursprünglich wollte Düsseldorf sein Nachkriegs-Opernhaus durch den modernen Entwurf von Snøhetta ersetzen. Doch die explodierenden Ausgaben machten das Vorhaben undurchführbar. Folglich wird die Stadt den Neubau nicht realisieren.
In Rostock entbrennt unterdessen eine weitere kulturelle Debatte. Die regierende CDU schlug vor, das 1943 erbaute und später zum modernistischen Wahrzeichen gewordene Volkstheater abzureißen, um Platz für Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin hat große Teile des Gebäudes unter Schutz gestellt, was einen Abriss unwahrscheinlich macht.
Ein neues Theater, entworfen vom Berliner Büro Hascher Jehle, befindet sich bereits im Bau und soll rund 208 Millionen Euro kosten. Unterdessen kündigte Oberbürgermeister Stephan Keller an, dass sich Düsseldorf auf die Sanierung des bestehenden Bonatz-Opernhauses am Hofgarten konzentrieren werde. Die Modernisierung könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten.
Das gescheiterte Düsseldorfer Projekt könnte einen generellen Wandel in deutschen Städten einläuten. Immer häufiger verzichten Behörden auf teure Kultur-Großprojekte und setzen stattdessen auf den Erhalt und die Aufwertung bestehender Bauten.






