29 April 2026, 18:02

Düsseldorf gedenkt der antisemitischen Anschläge vor 25 Jahren – eine Stadt im Schatten der Angst

Gemälde, das die Belagerung von Dresden 1685 zeigt, mit einem Feuer auf Wasser und einem Boot voller Menschen, umgeben von Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Düsseldorf gedenkt der antisemitischen Anschläge vor 25 Jahren – eine Stadt im Schatten der Angst

Vor 25 Jahren erlebte Düsseldorf die ersten antisemitischen Anschläge seit dem Zweiten Weltkrieg. Zwei gewalttätige Vorfälle im Jahr 2000 – ein versuchter Brandanschlag auf eine Synagoge und eine Bombenexplosion am Bahnhof Wehrhahn – erschütterten die Stadt und hinterließen tiefe Spuren. Trotz der vergangenen Zeit bestehen weiterhin Bedenken, sich in der Öffentlichkeit offen als Jüdin oder Jude zu erkennen.

Der erste Angriff ereignete sich in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2000, als zwei Männer versuchten, die Synagoge in der Zietenstraße in Brand zu setzen. Verletzt wurde niemand, doch das Gebäude erlitt Schäden. 2001 wurden beide Täter verurteilt und zu Haftstrafen verurteilt.

Ein zweiter, noch brutalerer Anschlag folgte am 27. Juli 2000 am S-Bahnhof Wehrhahn. Eine Bombe explodierte, verletzte zehn Menschen und führte zu einer Fehlgeburt. Trotz intensiver Ermittlungen wurde ein Verdächtiger 2018 mangels Beweisen freigesprochen.

Michael Szentei-Heise, ehemaliger Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, betont, dass weiterhin Wachsamkeit geboten sei. Die Gemeinde lebe weiterhin mit der Angst, jüdische Identität außerhalb geschützter Räume offen zu zeigen.

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In diesem Jahr wird die jüdische Gemeinde auch an die Opfer des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 erinnern – ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit von Erinnerung und Solidarität.

Die Anschläge von 2000 markierten einen dunklen Moment in der Nachkriegsgeschichte Düsseldorfs. Zwar konnten die Täter des Synagogenanschlags verurteilt werden, doch der Bombenanschlag am Wehrhahn bleibt bis heute ungeklärt. Für die jüdische Gemeinde besteht die Bedrohung durch Antisemitismus fort und prägt den Alltag sowie die öffentliche Sichtbarkeit.

Quelle