Circus SE setzt auf KI-Kochroboter trotz Aktiencrash und Millionenverlusten
Luitgard RitterCircus SE setzt auf KI-Kochroboter trotz Aktiencrash und Millionenverlusten
Circus SE, Hersteller von KI-gesteuerten Kochrobotern, baut Produktion und Partnerschaften aus – trotz finanzieller Herausforderungen
Das Berliner Unternehmen hat Leasingverträge und Militäraufträge an Land gezogen, während der Aktienkurs stark eingebrochen ist. Die Wachstumspläne bleiben ehrgeizig: Bis 2026 will Circus SE einen Umsatz im Millionenbereich erzielen.
Gemeinsam mit der MMV Leasing bietet das Unternehmen Gastronomiebetrieben nun die Möglichkeit, seinen CA-1-Roboter zu leasen. Damit soll die Technologie für Restaurants und Caterer zugänglicher werden. Die Produktion läuft bereits: Der Auftragsfertiger Celestica ist in der Lage, vierstellige Stückzahlen herzustellen.
Auch die Bundeswehr testet derzeit die autonomen Kochsysteme für den Einsatz in der Truppenverpflegung. Zudem wurde ein Liefervertrag über bis zu 25 Einheiten für die ukrainischen Streitkräfte unterzeichnet. Diese Entwicklungen folgen auf eine Kapitalbeschaffung von rund 1,67 Millionen Euro durch den Mini-Bond "Circus Robotics I", mit dem die Produktion neuer Roboter finanziert wird.
Trotz dieser Fortschritte bleibt die finanzielle Lage angespannt: Der Aktienkurs ist seit Januar um über 53 Prozent gefallen, und für 2025 wird bei minimalen Umsätzen von nur 250.000 Euro ein operativer Verlust von 15 Millionen Euro erwartet. Circus SE verweist zwar auf einen theoretischen Auftragsbestand von 1,6 Milliarden Euro, strukturiert aber derzeit seine Finanzierung um, um aus potenziellen Geschäften tatsächliche Verkäufe zu machen.
Bis 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 44 und 55 Millionen Euro. Wie viele der geplanten 8.000 CA-1-Roboter jedoch bis Ende 2024 verkauft oder ausgeliefert werden, bleibt unklar – konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Die ersten Serienlieferungen haben zwar begonnen, doch genaue Stückzahlen hält das Unternehmen unter Verschluss.
Circus SE treibt Militärverträge, Leasingpartnerschaften und den Produktionsausbau voran. Doch der Aktienrückgang und die finanziellen Schwierigkeiten zeigen die Kluft zwischen ambitionierten Zielen und der aktuellen Performance. Nun geht es darum, den behaupteten Auftragsbestand in reale Verkäufe umzuwandeln – und gleichzeitig die Finanzierungslücken zu schließen.






