Bonn setzt KI-Kameras in Sporthallen ein – Datenschützer warnen vor Überwachungsrisiken
Tassilo HeßBonn setzt KI-Kameras in Sporthallen ein – Datenschützer warnen vor Überwachungsrisiken
Bonn installiert KI-gestützte Kameras in Sporthallen – Datenschutzbedenken und rechtliche Drohungen
Die Stadt Bonn hat in zwei Sporthallen Kameras mit künstlicher Intelligenz installiert, um Nutzungsmuster zu analysieren. Das System, das bereits in der Beueler Sporthalle aktiv ist, zeichnet keine Bilder oder Videos auf, sondern erfasst lediglich Belegungsdaten. Dennoch hat der Schritt bei örtlichen Sportvereinen Besorgnis ausgelöst – einige kündigen sogar juristische Schritte an.
Die Kameras wurden zunächst in der Sporthalle in Beuel eingeführt und sollen bald auch in der Hardtberghalle Messungen vornehmen. Ihr Zweck besteht darin, wenig genutzte Zeiten zu identifizieren und die Belegungsplanung zu optimieren. Im Gegensatz zu herkömmlicher Überwachung erfasst die KI lediglich die Auslastung, ohne persönliche Daten zu speichern. Stadtvertreter betonen, dass bisher keine rechtlichen oder datenschutzrechtlichen Bedenken vorgebracht wurden.
Der lokale Sportverein Rot-Weiß Bonn Röttgen äußert jedoch erhebliche Vorbehalte – insbesondere Eltern junger Athlet:innen fürchten, die Kameras könnten in Trainingseinheiten eingreifen. Trotz der Zusicherung, dass das System nur die allgemeine Hallennutzung und nicht einzelne Sportler:innen überwacht, bleibt die Skepsis bestehen. Die Stadt hat reagiert und bessere Aufklärung über die Funktionsweise der Technologie versprochen.
Aktuell bleiben die Kameras an einigen Standorten vorerst abgeschaltet, während die Gespräche andauern. Sollten die Meinungsverschiedenheiten bestehen bleiben, könnte ein Rechtsstreit zwischen der Stadt und dem Verein folgen.
Ziel des Systems ist es, die Effizienz bei der Buchung von Sporthallen zu steigern, indem Leerlaufzeiten ermittelt werden. Während die Stadt betont, dass keine personenbezogenen Daten erhoben werden, fordern betroffene Vereine klarere Erklärungen. Das Ergebnis der laufenden Verhandlungen wird entscheiden, ob die Kameras vollständig aktiviert werden oder mit weiteren Widerständen konfrontiert sein werden.






