Bielefelder Betrügerbanden-Trick: Überteuerte Rechnungen für nie erbrachte Dienstleistungen
Tassilo HeßBetrugsvorwürfe: Überteuerte Rechnungen, Kein Service - Bielefelder Betrügerbanden-Trick: Überteuerte Rechnungen für nie erbrachte Dienstleistungen
Fünf Männer aus Bielefeld müssen sich wegen bandenmäßigen Betrugs im Schädlingsbekämpfungs- und Rohrreinigungsgewerbe verantworten
Die Beschuldigten sollen über sechs Jahre hinweg überteuerte Rechnungen für mangelhafte oder nie erbrachte Dienstleistungen ausgestellt haben. Die Behörden gehen von einem Schaden in Höhe von mindestens 113.500 Euro aus, der durch 167 nachgewiesene Fälle entstand.
Die Gruppe hatte im August 2018 ein Unternehmen angemeldet, das Schlüsseldienste, Rohrreinigungen und Schädlingsbekämpfung anbot. Statt ordnungsgemäßer Arbeit sollen sie Kunden jedoch überhöhte Preise berechnet und Sofortzahlungen in bar oder per Karte verlangt haben. In einigen Fällen führte die schlechte Ausführung sogar zu erheblichen Gebäudeschäden.
Das kriminelle Netzwerk flog erst im September 2024 auf, nachdem über 400 Kunden Beschwerde eingereicht hatten, die sich betrogen fühlten. Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Verdächtigen – im Alter zwischen 28 und 33 Jahren – gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor. Die Anklage wurde beim Landgericht Bielefeld eingereicht, doch alle fünf Männer sind weiterhin auf freiem Fuß.
Die Ermittler vermuten, dass die 167 dokumentierten Straftaten nur die Spitze des Eisbergs sind. Möglicherweise arbeiteten die Beschuldigten mit ähnlichen Banden in ganz Deutschland zusammen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sie unqualifizierte Arbeitskräfte für die betrügerischen Dienstleistungen einsetzten.
Der Fall zeigt, wie lange ein solches Betrugssystem unentdeckt bleiben kann. Angesichts eines Schadens von über 113.500 Euro stuft die Staatsanwaltschaft die Machenschaften als organisierten Betrug ein. Im Prozess wird sich zeigen, ob die Verdächtigen mit weiteren kriminellen Netzwerken im gesamten Bundesgebiet kooperierten.






