Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultursymbole wie Dürer-Hasen aus
Klemens GorlitzWenn's grün ist, hoppeln - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultursymbole wie Dürer-Hasen aus
Mehrere bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch regionale Kultursymbole
Die Umstellung soll den lokalen Stolz stärken, stößt aber auf Widerstand der Landesbehörden. Einige Entwürfe, wie der Dürer-Hase in Nürnberg, laufen ohne offizielle Genehmigung.
In Nürnberg ziert Albrecht Dürers "Feldhase" eine Fußgängerampel – installiert, ohne die Erlaubnis des Freistaats einzuholen. Die Stadtverwaltung übernimmt die volle Verantwortung für den Betrieb und mögliche Vorfälle. München und Augsburg hingegen erhielten für ihre motivbezogenen Ampeln grünes Licht: München mit drei "Pumuckl"-Lichtern, Augsburg mit "Kasperl", einer Figur aus dem lokalen Puppentheater.
Augsburgs "Kasperl" benötigte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. In Hof scheiterten die Pläne, den Würstchenverkäufer "Wärschtlamo" zu ehren, zunächst an Bedenken zur Verkehrssicherheit – später wurde doch noch zugestimmt. Andere Städte wie Dachau, Straubing und Deggendorf zeigen mittlerweile Figuren in "Tracht" oder eine Klöße werfende Frau.
Das bayerische Innenministerium lehnt die kreativen Ampeln ab und argumentiert, dass standardisierte Symbole die Verkehrssicherheit erhöhen. Dennoch wurde noch keine bayerische Stadt so deutlich abgelehnt wie Hameln in Niedersachsen, wo ähnliche Pläne scheiterten. Jede thematische Ampel kostet rund 300 Euro für die Schablonen, zuzüglich der Designerhonorare.
Die Initiative spiegelt einen wachsenden Trend wider, lokale Identität mit städtischer Infrastruktur zu verbinden. Während einige Städte ohne Genehmigung handeln, kämpfen andere mit bürokratischen Hürden. Die Debatte bleibt: Sollte Kreativität die Standardisierung im Straßenverkehr überwiegen?






