ARD schafft neue Krisenmanagement-Stelle für mehr Sendesicherheit
ARD schafft neue ressortübergreifende Stelle für Krisenmanagement
Die ARD wird eine neue, netzwerkweite Position einrichten, die sich auf das Krisenmanagement konzentriert. Die Stelle soll das Business-Continuity-Management (BCM) bei allen neun Landesrundfunkanstalten koordinieren. Den Anfang macht der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), der einen eigenen Kandidaten für die Besetzung vorschlägt.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der öffentlich-rechtliche Sender zunehmend unter Druck geraten, ihr Risikomanagement zu stärken. Ein Vorfall in den 1980er-Jahren in einer psychiatrischen Klinik hatte die Gefahren mangelnder Vorbereitung verdeutlicht: Bei einem Stromausfall versagten die Notstromaggregate, weil kein Dieselvorrat vorhanden war. Solche Pannen zeigen, warum Medienorganisationen auf Störungen vorbereitet sein müssen, um auch in Krisen sendefähig zu bleiben.
BCM ist ein strukturiertes System, das kritische Abläufe in Notfällen aufrechterhalten soll. Es orientiert sich am ISO-22301-Standard und hilft Organisationen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, Risiken zu minimieren und sich schnell zu erholen. Zwar schreibt der ARD-Staatsvertrag für die BCM-Rolle keine detaillierten Vorgaben vor, doch das Netzwerk sucht jemanden mit direkter Erfahrung im Umgang mit existenziellen Bedrohungen.
Laut Berichten hat der RBBDavid Biesinger, seinen ehemaligen Chefredakteur, für die Position ausgewählt. Die Besetzung geht über die Mindestanforderungen hinaus, da die Stelle flexible Qualifikationen zulässt. Die ARD-Intendanten werden die Pläne auf ihrer anstehenden Konferenz in Bonn finalisieren.
Die neue BCM-Stelle wird alle neun ARD-Landesrundfunkanstalten umfassen. Ihr Ziel ist es, Betriebsausfälle zu verhindern und die kontinuierliche Sendefähigkeit in Krisenzeiten zu gewährleisten. Die Einrichtung der Position spiegelt ein allgemeines Bestreben wider, das Risikomanagement im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu stärken.






