30 May 2026, 18:01

Apothekerkammer Nordrhein in der Gebührenkrise: Klagen und Rückerstattungen erschüttern die Kammer

Rechtsverfahren gegen Mitglieder: 'Verteidigung der Haushaltsautonomie'

Apothekerkammer Nordrhein in der Gebührenkrise: Klagen und Rückerstattungen erschüttern die Kammer

Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) sieht sich mit rechtlichen Herausforderungen wegen ihrer Gebührenpolitik konfrontiert. Ein Düsseldorfer Gericht urteilte, die Kammer habe unrechtmäßig Rücklagen gebildet, und zwang sie dazu, Mittel zu kürzen sowie Teile der Mitgliedsbeiträge zurückzuerstatten. Der Streit hat sich nun verschärft: Mehrere Klagen verärgertet Mitglieder tragen die Auseinandersetzung weiter aus.

Die Probleme begannen im November 2020, als die AKNR die Obergrenze für die Beiträge aufhob. Seither richteten sich vier Klagen gegen die Gebührenbescheide der Jahre 2021 bis 2024. Weitere 90 Verfahren befassen sich mittlerweile mit den Beitragsbescheiden für 2025 – und es werden in diesem Jahr noch mehr Klagefälle erwartet.

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Auf der jüngsten Mitgliederversammlung in Neuss verteidigte der Anwalt Dr. Stefan Kobes von der Kanzlei Luther die Position der Kammer. Er warnte, die rechtliche Auseinandersetzung könnte die gesetzlich verankerte sowie finanzielle Unabhängigkeit aller Berufskammern gefährden. Kobes wies zudem den Vergleich mit Urteilen zu Industrie- und Handelskammern (IHK) zurück und betonte, dass diese nicht auf Gesundheitskammern wie die AKNR übertragbar seien.

Als Reaktion auf das Gerichtsurteil baut die AKNR ihre Rücklagen schrittweise ab. Zudem plant sie eine detaillierte Haushaltsaufstellung zu veröffentlichen, um die Argumente der Kläger zu entkräften. Parallel hat die Kammer beim Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) Berufung gegen das Urteil eingelegt, um es aufheben zu lassen.

Die AKNR muss nun Teile der Mitgliedsbeiträge erstatten und gleichzeitig ihre Rücklagen reduzieren. Die anhängigen Klagen und das Berufungsverfahren werden zeigen, wie die Kammer ihre Finanzpolitik anpassen wird. Bis dahin verfolgen Mitglieder und juristische Beobachter den Fall mit großer Aufmerksamkeit.

Quelle