Apothekenreform: AKNR-Präsident Hoffmann fordert dringende Nachbesserungen vor Kabinettsentscheid
Klemens GorlitzApothekenreform: AKNR-Präsident Hoffmann fordert dringende Nachbesserungen vor Kabinettsentscheid
Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), fordert dringende Nachbesserungen bei der Apothekenreform in Deutschland. Vor den anstehenden gesetzgeberischen Schritten betonte er die Notwendigkeit fairer Vergütungsmodelle und den Erhalt der inhabergeführten Apotheken. Die Reformen müssten, so seine Warnung, die steigenden Patientenzahlen und die sinkende Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung berücksichtigen.
Die Proteste wurden bis zum 17. Dezember ausgesetzt, um weitere Gespräche mit Politikern zu ermöglichen. Hoffmann bezeichnete die aktuelle Phase als entscheidend für die Zukunft der deutschen Gesundheitsversorgung.
Ursprünglich hatte der Koalitionsvertrag Hoffnung auf eine gerechtere Finanzierung der Apotheken geweckt. Doch nach Vorlage der Reform-Kernpunkte durch Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) beim Deutschen Apothekertag wuchsen die Bedenken. Hoffmann fordert nun die Abschaffung des Rabattverbots für Barzahler sowie verhandelte Lösungen für individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL).
Die Vergütung müsse oberste Priorität haben, insistierte er. Die heutige Pauschale sei zu niedrig. Stattdessen schlägt er leistungsbezogene Entgelte vor, um die benötigten 800 bis 900 Millionen Euro für die Apotheken zu sichern. Ohne diese Mittel, so seine Warnung, könne das System den wachsenden Anforderungen nicht gerecht werden.
Hoffmann verteidigte zudem das Modell der inhabergeführten Apotheken als unverzichtbar. Gleichzeitig räumte er ein, dass Reformen nötig seien, um die zunehmende Zahl von Patienten – viele mit geringer Gesundheitskompetenz – zu bewältigen. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat bereits Handlungsfelder identifiziert, die dringend angepasst werden müssen.
Der Zeitplan ist eng: Am 17. Dezember berät das Kabinett über den Gesetzentwurf, gefolgt von einer ersten Lesung im Bundestag Ende Januar. Das gesamte parlamentarische Verfahren soll bis Ende April abgeschlossen sein. Bis dahin setzt Hoffmann auf Dialog statt auf Eskalation und hat öffentliche Proteste ausgesetzt.
Die Apothekenreform steht nun vor einer entscheidenden Phase. Hoffmanns Forderung nach letzten Korrekturen zielt darauf ab, die Finanzierung zu verbessern und die Unabhängigkeit der Apotheken zu schützen. Das Ergebnis wird mitbestimmen, wie sich das deutsche Gesundheitssystem an wachsende Patientenzahlen und gesellschaftliche Veränderungen anpasst.






